Velier Caroni 12y

Velier Caroni 12y

Geruch: Nach einer Stunde im Glas riecht er sehr ledrig. Ich würde ihn garantiert mit einem Bristol 1997 verwechseln. Viel Leder, wenig Frucht, etwas Teer und Fassaromen wie Eiche mit erdigen Aromen.
Nicht komplex, sehr direkt und gut, aber ohne Raffinesse wie viele 97er.

Geschmack: Leicht Trockenfrucht, Eiche, danach direkt Leder mit Bitterstoffen (Tanninen). Der ist wie Bristol 1997-2017. 
Danach kommt Teer dazu, die Bitterstoffe bleiben recht dominant mit der Eiche am Gaumen. Er hat wenig Süße.
Der Abgang ist etwas scharf mit viel Leder, Tanninen und Eiche. Trockenfrucht entwickelt sich mit Eiche im Nachgeschmack.

Nachgeschmack: Eiche, Trockenfrucht, Tannine, etwas Teer

Fazit: Kein Übercaroni, eher ein normaler 97er. Aber die Qualität ist in Ordnung, auch wenn mir die Tannine etwas zu präsent erscheinen.

Gesamtwertung: 86 Punkte

Süße: 1/5
Frucht: 1.5/5
Schärfe: 3/5
PL (200€): 3/5

Velier Foursquare Triptych 2004-2005-2007

Velier Foursquare Triptych 2004-2005-2007
Gereift in Bourbon, Madeira and virgin Oak Fässern.

Geruch: Ein scharfer Geruch sticht zuerst in die Nase. Der kann nicht verheimlichen, dass er jung ist. Es kommen viele Bourbon Aromen auf, da ist die typische Vanille, frisches Holz in Form von Eiche. Viele Trockenfrüchte folgen, auch rote Trockenfrüchte vom Madeira Fass sind dabei. Er ist heller im Geruch als die alten Foursquare Abfüllungen.
Er ist mehr jung und holzig, weniger Reif und vielschichtig. Erinnert mich mehr an Doorlys 8y.

Geschmack: Schärfe kommt direkt auf. Eiche, Vanille und die Bitterstoffe folgen. Die Schärfe steigt noch stärker auf. Er stichelt auf der Zunge, intensiviert dabei die Bourbon Aromen von Vanille und Eiche.
Wendet sich dann in der Mitte mehr den Trockenfrüchten zu, auch wenige rote Trockenfrüchte wie Cranberries sind dabei.
Im Abgang wird er wieder schärfer und holziger, die Trockenfrüchte klingen ab und die Bitterstoffe nehmen erneut zu. Was bleibt sind Eiche mit Vanille und Bitterstoffe.

Nachgeschmack: Eiche, Vanille, Bitterstoffe, Trockenfrüchte

Fazit: Ein eher schlechter Foursquare der unreif wirkt. Bitterstoffe und die Schärfe zeigen, dass er noch länger reifen sollte. Da hätte ich sogar Doorlys 12 bevorzugt.
Die drei Fässer hatten eher wenig Effekt auf die gesamte Komposittion, da jedes Fass vermutlich unreif war. 

Gesamtwertung: 76 Punkte

Sweetness: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 4/5
PL 300€: 1/5

Caroni 2000 EU Version 55%

Nase: Sehr lederig und süß, erinnert mich am ehesten an Dicky Employee oder auch an den RN 1999.
Viel Leder, dahinter direkt Teer wahrnehmbar. Das ist sehr schön dreckig.
Schönes Holzaroma, mit etwas Vanille, Trockenfrüchten und einer intensiven Süße.
Der Rum überzeugt mich, ich mag dieses süße und dreckige.

Geschmack: Dreckiger Stark mit Teer, Tanninen, Leder und Fassaromen. Schärfe nimmt etwas zu, das Bourbonfass übernimmt die Aromen, Leder entwickelt sich stark. Der Mund trocknet aus, die Trockenfrüchte werden präsent. Teer in Verbindung mit Tanninen wird recht dominant zum Finish hin. Der Rum ist insgesamt nicht sehr scharf bei 55%. 
Der Abgang ist etwas scharf und lederig, Teer, Trockenfrüchte auch dabei.
Die Komplexität hält sich in Grenzen.

Nachgeschmack: Leder, Teer, Tannine, Trockenfrüchte, Bourbonfass

Fazit: Ein guter Caroni, süß und dreckig. Ein schöner Jahrgang, der mich auch an den RN 1999 erinnert.
Sehr stimmig, es fehlt allerdings die Komplexität die den Preis von ca. 500-700 Euro nicht rechtfertigt.

Gesamtwertung: 91 Punkte

Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 3.5/5
PL (600€): 2.5/5

Velier MHOBA 2017

Nase: Den Duft kenne ich schon und zwar von Nanny of the Maroons.
Das ist eine Matche aus Quitte, Birne, Kürbis und etwas Limette. Seine Jugend ist ihm durch die Limette anzumerken. Nach ca. 30min kommt frisches Holz mit Orangenzesten zum Vorschein, süße Honignoten sind außerdem in der Kombination vorhanden.
Er sticht etwas in die Nase, ich merke leicht die Säure, aber sonst keine Fassaromen.

Geschmack: Startet eher mild mit süßer Quitte, Orangenzesten und leichten Bitternoten wie von Limettenschalen. Nimmt rasant an Schärfe zu, prickelt auf der Zunge und lässt die Quitte durch die Decke steigen. Birne kommt hinzu und zieht sich ewig bis in den Nachgeschmack. Bitterstoffe sind vorhanden, wobei ich nicht weiß ob die von Holz kommen, sie wirken eher metallisch auf mich. Der Mund trocknet aus und die Zunge wird von der Schärfe gestichelt. Ich habe ein Eindruck, als schmecke ich etwas Holz.
Das ist ein wirklich sehr langer Abgang, der noch Minuten nachhallt. Quitte ist dabei das dominierende Aroma.

Nachgeschmack: Quitte, Birne, Banane, Orangenzesten

Fazit: Das ist ein recht scharfer Rum mit ordentlichem Fruchteinschlag. Am Anfang fand ich ihn nicht aufregend, aber als nach 30min die Orangenzesten hinzu kamen, hat sich meine Meinung geändert.
Das ist für mich ein sehr guter Rum, der ein neues Geschmackserlebnis bietet und dabei dennoch mit seinen 4 Jahren genügend Komplexität aufweist.
Er hat noch Potential, ich denke mit 10 Jahren wäre das noch ein weitaus besserer Rum. Die Schärfe könnte sich reduzieren und die Orangenzesten könnten an mehr Einfluss gewinnen und dabei noch mehr Holzlack reinbringen.

Gesamtwertung: 87 Punkte 

Süße: 3/5
Frucht: 4.5/5
Schärfe: 4/5
Komplexität: 4/5
PL: 3.5/5

Compagnie des Indes 1994 Trinidad Caroni 21

 Nase: Eher zurückhaltende Nase, ich nehme recht wenig von den dreckigen und typischen Caroni Aromen wahr. Stattdessen recht blumige Aromen, Vanille, helles Holz, etwas Honigsüße mit hellen reifen Früchten (evtl. Melone). Etwas tiefer sind Fassaromen und eher im Hintergrund kann man die dreckigen Aromen erahnen. D.h. etwas Leder und das wars auch schon. Kein Teer oder Gummi.
Also das ist ein ganz anderer Caroni, kommt eher rüber wie ein normaler Rum. Recht hell und süß mit fruchtigen Aromen. Evtl. war dies der verdünnte Felicite Gold Rum.

Geschmack: Süßer Start mit Honig und Vanille, dann nach einiger Zeit helle Frucht, aber auch Orange. Dann entwickelt sich aber auch schon das Leder mit Tanninen und die Schärfe steigt an. Drei Mal dürft ihr raten was die Schärfe mitbringt. Richtig, Vanille und helles Holz, schließlich wurden Bourbon Fässer verwendet. Das Leder kommt Richtung Abgang wieder stärker zur Geltung und erdige Aromen kommen hinzu (evtl. ist da noch etwas Teer und Holzlack, das kann ich jetzt schlecht wahrnehmen in der Kombination).
Der Abgang ist scharf, wieder mit Vanille, dem hellen Holz und dem Leder.

Nachgeschmack: Leder, Vanille, helles Holz

Fazit: Also in der Nase hätte ich nicht erkannt, dass es ein Caroni ist. Ich hätte auch einen unspektakulären Rum getippt, dem ich kaum Beachtung geschenkt hätte. Aber am Gaumen überrascht er doch etwas mehr. Dennoch fehlt diese typische dreckige Caroni Komponente und deshalb ist es für mich auch nur ein halber Caroni.

Gesamtwertung: 83 Punkte

Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Würze: 4/5
Komplexität: 3/5
PL (325€): 1.5/5

Caroni 2000/2020 - 20 Jahre - Special Edition Basdeo "Dicky" Ramsarran



Nase: Recht süßer und Lederbetonter Geruch, es finden sich viele Trockenfrüchte (Rosinen). Hier würde ich Parallelen zu Bristol Caronis 1997 ziehen.
Leicht riecht man auch das Bourbon Fass mit Vanille, dem hellen Holz und süßem Karamell.
Viel Leder, etwas Teer dahinter, wenig Gummi aber doch noch zu riechen. 
Dunklere Fassaromen. Die Süße ist sehr schön, es sticht aber nichts ungewöhnliches heraus was ich nicht schon kennen würde. Ich mag solch einen Geruch sehr, ich muss aber sagen, dass ein 96er Trespassers oder The Last nochmal mehr Power haben und interessanter sind.

Geschmack: Süßer Start mit vielen Trockenfrüchten und Hülsen (Buchweizen), aber auch einigen Tanninen die gewisse Bitterkeit mitbringen. Ich nehme noch ganz leicht Kräuteraromen wahr. Er nimmt sofort an Schärfe zu und lässt dem Bourbon Fass freien Lauf. Es entwickelt sich Vanille und viel helles Holz. Das Holz ist nicht alt, sondern noch frisch und nass. Zum Finish hin entwickelt sich viel Leder verbunden mit etwas Teer und der Bitterkeit der Tannine.
Der Abgang ist etwas scharf, da ist Vanille, Holz, Tannine, viel Leder, Teer und Trockenfrüchte.

Nachgeschmack: Leder, Trockenfrüchte, Holz, Tannine, Teer, Kräuter

Fazit: Ein guter Caroni, wahrscheinlich repräsentiert er das Jahr 2000 in einer ausgezeichneten Art und Weise. Schöne Komposition der Aromen, es ist alles sehr gut zusammengesetzt.
Allerdings steht er für mich hinter den 1996er Caronis. Wenn ich den Preis berücksichtige, dann würde ich eher mit einem Rum Nation 1999 oder einem Bristol 1997-2019 vorlieb nehmen. Da habe ich dann nicht diese perfekte Aromenkombination, aber deutlich längeren Genuss zu einem viel besseren Preis.

Gesamtwertung: 92 Punkte

Süße: 2/5
Frucht: 2.5/5
Schärfe: 3.5/5
Komplexität: 3.5/5
PL: 2.5/5

Valinch & Mallet Diamond 2001 Demerara Guyana 18 Jahre 52.5%

 

Nase: Ähnlich einem Skeldon entweichen dunkle Trockenfrüchte, Trauben, Blaubeeren und Brombeeren. Ich kann noch unzählige andere Früchte wie Cranberries, Stachelbeeren benennen. Etwas Lakritze, Melasse und gebrannter Zucker sind dabei. Das ganze hat auch noch einen blumigen bzw. aromatischen Touch. Schwarztee mit Rum würde ich noch gerne benennen.
Das ist ein fantastischer Geruch. Das erinnert schon an den Black Tot 50 bzw. an einen alten Navy.
Sehr Starker Diamond und das von 2001, fantastisch.
Moment... mir fällt gerade ein, das ist 2001er Demerara... das ist ein Skeldon, ich bin mir sehr sicher.

Geschmack: Süßer Start mit Trockenfrüchten (Cranberries, Blaubeeren), Lakritze, holzigen Noten in Verbindung mit Schwarztee-Rum bzw. das könnte auch etwas Kaffee sein. Fassaromen die etwas abgestanden wirken, das ist typisch REV und Skeldon.
Die Tannine entwickeln sich hin zur Mitte, das kippt kurz etwas ins medizinische hinein und wird schärfer. Dann kommt der Rum wieder etwas fruchtiger. Lakritze begleitet von leichter Bitterkeit und dem Schwarztee mit Rum schieben Richtung Abgang.
Abgang ist etwas scharf. Leichte Bitterkeit von Holz-Tanninen, Schwarztee mit Rum, Trockenfrüchte wie Blaubeeren, Brombeeren.

Nachgeschmack: Schwarztee mit Rum, Trockenfrüchte, etwas Lakritze

Fazit: Ja ein toller Skeldon, in der Nase sogar noch besser als am Gaumen. Schön ausgewogen, die Balance der Aromen ist sehr gut. Für Liebhaber von alten Navys zu empfehlen.

Gesamtwertung: 92 Punkte

Süße: 1/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 2/5
Komplexität: 3.5/5
PL 200€: 4/5