Bristol Rockley 1986 Sherry Finish 46%
Dieser Rockley hat ein Sherry Finish erfahren, ich hoffe dieser dominiert nicht und nimmt nichts von den üblichen Aromen weg.
Nase: Hülsen in Form von Buchweizen (trocken). Die Nase erinnert mich ein wenig an Savanna-Rum. Es sind viele Hülsen in der Nase. Dann grasige Aromen mit Honig und etwas Kräutern wie Rosmarin. Auch etwas Holz, Kiefer. Für 46% recht intensive Nase, der Sherry ist nicht dominant (ich bemerke ihn kaum).
Geschmack: Zuerst nehme ich Hülsen sowie das Holz mit Tanninen und den Honig mit Joghurt wahr. Einige grasige Aromen sind auch immer dabei. Minze breitet sich in meinem Mund aus, je mehr ich davon trinke. Der Honig hat auch eine schöne Süße. In der Mitte wird der Rum warm im Mund. Jetzt bekommt man wieder die Hülsen, das Holz (aber weniger Tannine) und den Honig mit Joghurt. Wieder grasige Aromen und am Ende wird der Rum würzig.
Sobald man ihn schluckt, bekommt man die Würze mit Hülsen, Holz und etwas Orangenzesten (jetzt ohne Tannine), etwas Vanille, etwas feucht-erdiges Fass.
Der Nachgeschmack ist der beste Teil, mit Vanille, Orangenschalen, Minze, Leder und Hülsen.
Fazit: Kein schlechter Rockley, leider ist fast nichts mehr auf dem Markt. Die Hülsen sind anfangs recht dominant, da hätte er blumiger sein können. Die Verdünnung geht in Ordnung, ist aber bemerkbar. Der Sherry hat mich nicht gestört, bzw. ich habe ihn nicht bemerkt. Der Abgang ist jedoch anders gewesen als sonst üblich. Auch für den Preis von 195€ (ich habe eine Probe bekommen) hat er noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Punkte: 87
Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 2/5
Komplexität: 3.5/5
PL (195€): 3,5/5
Rumfanatiker Blog
Bristol Rockley 1986 Sherry Finish 46%
RA Barbados WIRD Rockley 2000 47,1%
Es kam von RA überraschend zum Rumfestival noch ein RA Rockley heraus. Die 2000er Jahrgänge sind nicht dafür berühmt besonders herauszustechen und bei der Stärke von 47,1% würde ich hoffen, dass dieser hier besser ist als der Green Label.
Nase: Schon nach dem Einschenken bemerke ich, wie intensiv er aus dem Glas duftet (50cm Luftlinie). Was so heraussticht sind die Hülsen (trockener Buchweizen), im Grunde auch typisch für Rockley aber auch typisch für Savanna (Reunion) und bei einigen TDLs.
Im Glas dann der typische Rockley Charakter mit etwas PM DNA. Honigsüße, Vanille, Buchweizen, Eindruck von Joghurt (Milchsäurebakterien), frisches Holz wie von einem PM und dazu leicht grasige Aromen. Einige Tannine verleihen ihm einen etwas weniger süßen Eindruck und ziehen in mehr in die holzige Richtung.
Durch diese Intensität finde ich ihn sehr gut, wenn auch nicht ausgezeichnet. Leider fehlen die blumigen Aromen.
Geschmack: Etwas dünner start mit etwas Holz (bessert sich nach mehreren Schlückchen) und grasigen Aromen á la PM, dann flammt die Süße kurz auf (Honigsüße mit Vanille). Zur Mitte hin kommt das salzige Holz durch und verdrängt die Süße. Es entwickeln sich Bitterstoffe (Tannine), das Holz bleibt präsent. Er wird schärfer, sticht minimal am Gaumen. Der Rockley Rauch taucht spätestens jetzt auf.
Der Abgang ist etwas scharf mit vielen Tanninen und dem Holz, etwas salzig, Vanille ist da, das Buchweizen und grasige Aromen. Die Honigsüße ist leider verschwunden.
Nachgeschmack: Süße mit Salz, Vanille, Trockenhülsen (Buchweizen), Holz
Fazit: Ein durchaus intensiver Rockley in der Nase, bietet auch vieles was man von einem Rockley erwartet ohne ggü. anderen Abfüllungen herauszustechen. Am Gaumen offenbaren sich ein paar Schwächen, da wäre der dünne Start und nachlassende Süße zum Abgang hin. Für den Preis sicherlich ein Schnäppchen, präsentiert er doch den typischen Rockley Charakter.
Gesamtwertung: 86 Punkte
Süße: 1/5
Frucht: 2/5
Schärfe: 2.5/5
Komplexität: 3.5/5
PL (89€): 4/5
Whiskybroker 2000 WIRD Barbados Rockley 16y
Nase: Honigsüße, Vanillepudding, einige Kräuter sind die ersten Aromen. Es ist zuerst ziemlich scharf in der Nase und ein bisschen medizinisch. Gefolgt von hellem feuchtem Holz und blumigen Aromen. In der Nase wirkt der Rum etwas ölig. Es ist wie eine süße und aromatische PM, aber ohne die grasigen Aromen. Lecker, aber nicht sehr komplex.
Geschmack: Süße Vanille, blumige und grasige Aromen, gefolgt von etwas Tanninen und Holz. Die Schärfe nimmt zu und setzt mit Tanninen mehr Holz frei. Vanille ist noch da mit Holzchips. Der Abgang ist würzig mit Holz und Vanille, wirkt im Mund etwas ölig. Ziemlich langer und aromatischer Abgang. Da sind wieder die blumigen Aromen.
Nachgeschmack: Blumige Aromen, Vanille, helles Holz
Fazit: Dieser Rum ist aromatisch wie ein SVW aber nicht von Demerara sondern von Rockley. Sehr interessant, aber nicht außergewöhnlich, es muss bessere Abfüllungen geben.
Daher Gesamtwertung 88 Punkte.
Süße: 2/5
Blumen: 3/5
Gewürz: 3.5/5
Komplexität: 3.5/5
PL 200€: 3/5
Cadenhead's 2000 Barbados Blackrock BBR 11-Year Rockley
Cadenhead's 2000 Barbados Blackrock BBR 11-Year
Ein anderer Rockley von der 2000er Batch.
Nase: Wieder blumig mit Vanille und frischem Holz. Die typischen Rockley Aromen sind vorhanden. Leicht gemüsiger Fiji Einschlag ist hier ebenfalls zu benennen, aber fällt höchstens im Hintergrund auf. Ebenfalls im Hintergrund sind leicht grasige Aromen wie bei einem PM. Etwas rauchig und pfefferig wirkt der Rum, das ist jedoch nicht die kalte Asche, sondern ein natürliches Fassaroma.
Bei dieser Fassstärke dachte ich, dass die Aromen intensiver wären. Ich lasse ihn noch einige Zeit stehen, die Aromen verstärken sich leicht, es kommt aber nichts neues dazu.
Geschmack: Startet vanillig und selbstverständlich mit Honigsüße. Wird warm im Mund, es kommt mehr Holz dazu, außerdem Orangenzesten mit Pfeffer in Verbindung mit Tanninen. Die Schärfe steigt an, verstärkt nochmal das Holz und den Pfeffer. Vanille ist natürlich noch immer präsent.
Der Abgang ist scharf, viel Holz, Orangenzesten, Vanille und Bitterkeit von Tanninen.
Nachgeschmack: Vanille, Holz, Tannine, leich Pfeffer
Fazit: Der Rum ist intensiv, auch der typische Rockley Charakter ist hier zu erkennen. Eine Einflüsse von getrockneten Orangenzesten in Verbindung mit Tanninen grätschen jedoch dazwischen und lenken etwas ab. Ich würde mir noch etwas mehr Cremigkeit statt Pfefferigkeit wünschen.
Ein ordentlicher wenn auch kein überragender Rockley. Deswegen 87 Punkte.
Gesamtwertung: 87 Punkte
Süße: 2/5
Frucht: 3/5 (mehr Frucht als Blumigkeit)
Schärfe: 3.5/5
Komplexität: 3/5
Wert (250 Euro): 2.5/5
Cadenhead's 1986 Barbados Green Label Rockley 18-Year
Cadenhead's 1986 Barbados Green Label Rockley 18y.
Dieses Mal habe einen Rockley aus der alten 1986 Batch. Mal sehen wie er im Vergleich zur 2000er Batch performt.
Nase: Viel Vanille, Honigsüße steigt in die Nase auf. Der Rum wird mit der Zeit immer blumiger und aromatischer. Leicht säuerliche Duftnote versteckt sich in der Süße die mich an Sternfrucht erinnert. Leckeres frisches Holz rundet das ganze ab. Sehr leicht rieche ich im Hintergrund auch etwas Gemüse (Tomaten) das mich an Fiji erinnert. Ein leckerer Duft, erinnert mich etwas an den Bristol Rockley mit Sherry Finish. Aber das ganze ist eine Stufe weiter.
Geschmack: Vanilliger Start mit Holz. Auch hier sind blumige Noten immer wieder zu schmecken. Ich würde auf Blüten wie Hibiskus und Nelken tippen. Die Schärfe nimmt etwas zu, es ist noch immer sehr viel Vanille zu schmecken. Langsam arbeitet sich das Holz mit der Schärfe nach vorne und gibt auch einige Tannine ab. Die Bitterkeit nimmt zu, stört nur leicht da das Holz mit cremiger Vanille die meiste Präsenz hat.
Der Abgang ist leicht scharf und auch recht holzig mit den Tanninen, einige kräftigere Fassaromen sind präsent, ich würde fast etwas Leder und Nelken benennen. Vanille könnt ihr euch zu jeder Zeit denken.
Nachgeschmack: Vanille, Holz, Tannine, etwas Fassaromen (Nelken), leicht grasige Aromen wie bei einem PM
Fazit: Ein guter Rum, die Verdünnung geht in Ordnung. Stört mich nicht sehr, da ich keinen weiteren Rum zum Direktvergleich hinzunehmen. Leichte Bitterkeit geht auch in Ordnung, leichten Abzug werde ich jedoch auch hier berücksichtigen Müssen.
Komplexität hält sich wie beim Bristol in Grenzen, da müsste es auch durchaus bessere Abfüllungen geben. Deswegen würde ich hier 88 Punkte vergeben.
Gesamtwertung: 88 Punkte
Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 2/5
Komplexität: 3/5
PL (200 Euro): 3/5
EL DORADO Diamond 1998 20y for 100th Anniversary De Monnik Dranken
Nase: Unglaublich blumig, aromatisch. Der Rum springt förmlich aus dem Glas.
Blumen, Lippenstift und Trockenfrüchte. Holzaromen mit Karamell folgen. Ein sehr schöner und raffinierter Geruch. Etwas Leder, Orangenzesten und wenige Aromen von Milchschokolade. Ich muss hier nicht zu viel in die Details gehen, da der Geruch unglaublich gut ist und ihr sicherlich noch selbst viele feine Aromen entdecken könnt. Er geht stark in Richtung von Velier Diamond SVW 1996, ich meiner der Velier war aber noch komplexer und intensiver.
Geschmack: Blumiger Start mit Trauben, Lippenstift und roten Trockenfrüchten. Es entwickeln sich etwas Bitterstoffe und man hat den Eindruck auf einen Traubenkern zu beißen. Das Mundgefühl ist auch etwas adstringent (trocknend). Orangenzesten mit Holz entwickeln sich zur Mitte hin, die Trauben sind noch immer präsent. Orangenzesten explodieren förmlich als die Schärfe zunimmt.
Der Abgang ist leicht scharf, viele Trockenfrüchte, Trauben und blumige Aromen sind dabei.
Nachgeschmack: Blumige Aromen, Lippenstift, Trockenfrüchte, etwas Holz
Fazit: Ein toller Rum und ein typischer SVW. Er ist sehr aromatisch, reicht jedoch nicht ganz an den Velier SVW heran der noch etwas komplexer ist. Deswegen 94 Punkte.
Gesamtwertung: 94 Punkte
Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Würze: 3/5
Komplexität: 3.5/5
PL (300 Euro): 4/5
El Dorado 2001-2017 Port Mourant & Diamond Velier 70th Anniversary
Ein Blend aus PM + Diamond. Der Diamond ist wohlgemerkt ein 2001er SVW. Aus dem Jahr existieren auch einige Skeldons (jedoch kenne ich keine SVW Abfüllung aus dem Jahr). Mal sehen, ob die angaben sich als richtig erweisen.
Nase: Oh ja, da sind direkt die Weintrauben, etwas Melasse, schöne Fassaromen von Holz. Trockenfrüchte wie Cranberrys und Pflaumen, dazu leicht reife bzw. erdige Aromen, auch einiges an Tabak ist dabei. Das zeigt auch das schöne Alter dieses Rums. Er wirkt reif, dunkel und blumig aromatisch (etwas Orangenzesten sind wahrnehmbar). Ich würde sagen der SVW überwiegt deutlich und gibt dem PM etwas wenig Raum, was ich sehr gut finde.
Im Hintergrund ist höchstens etwas Honig und die Holzchips des PMs zu erahnen.
Ein sehr guter Geruch der mich sehr gespannt macht.
Geschmack: Startet etwas süß mit Trockenfrüchten wie Pflaumen und den Cranberries. Melasse mit dunklen Fassaromen ist natürlich auch dabei, etwas Tannine sind wahrnehmbar. Schärfe hält sich in Grenzen, der Rum wird zur Mitte hin mehr holziger.
Ab der Mitte entwickelt sich der PM und gibt die Eiche frei. Die Schärfe steigt nun an und Holzchips mit Honig und leicht grasigen Aromen sind nun präsent. Der Abgang ist etwas scharf zuerst wie ein PM, dann mit Einflüssen von Trockenfrucht und Melasse.
Je länger der Rum steht, umso mehr schiebt sich der PM nach vorne in den initialen Geschmack. Ich würde raten dem nicht viel Zeit zu geben. Je früher ich ihn trinke, umso besser gefällt er mir. Ich mag SVW viel mehr als PM, das ist der einfache Grund.
Nachgeschmack: Zuerst einiges an PM Aromen wie helles Holz, grasige Aromen. Danach kommt der SVW durch mit Trockenfrüchten und Melasse. Nach einigen Minuten übernimmt wieder der PM und wirkt dabei noch sehr blumig.
Fazit: Ein toller Blend. Selten so ausgewogen, da ein PM verblendet wurde. Sehr komplex, verändert sich auch recht schnell und schmeckt zeitabhängig anders. Leider spüre ich hier nicht die volle Blumigkeit eines SVWs, da es sich hier um einen Blend handelt. Hier erscheinen mir 93 Punkte als angemessen, da der Rum eine schöne Erfahrung bietet und sowohl den SVW als auch den PM sehr gut präsentiert.
Gesamtwertung: 93 Punkte
Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 3/5
Komplexität: 4/5
PL (250 Euro): 4/5