Pampero Aniversario Review
Ich habe gerade wieder festgestellt, dass ich ein Review zu dem Rum schreiben muss, da ich den Rum auf MyDealz entdeckt und die Kommentare dazu gelesen habe.Den Rum gibt es schon seit 1963 und er wird quasi seit Jahrzehnten in unveränderter Form produziert. Die Marke gehört mittlerweile zu Diageo (ein unbeliebter Großkonzern).
Er soll ungefähr 4-7 Jahre alt sein, in machen Shops habe ich auch von 12 Jahren gelesen. Jedenfalls wirkt er in der Nase und am Gaumen auf mich eher wie ein älterer Rum.
Vor Jahren habe ich gelesen, dass eine Messung 10g Zuckerzusatz ergab. Das könnte auch etwas mehr sein. Er wirkt jedenfalls nicht zu süß auf mich und ich empfinde das nicht als störend.
Nase: In der Nase ist sofort zu bemerken, dass er aus einer Säulendestillation stammt. Die Trockenfrüchte wie Pflaumen und Trauben sind bei diesem Verfahren immer stark ausgeprägt, sie dominieren den Rum regelrecht. Dieser Pampero erinnert mich auch stark an Rum aus Belize. Ich finde er riecht in erster Linie nach Trockenfrüchten und Traubenkernen. Darüber hinaus rieche ich gebrannten Zucker. Seine Süße ist dunkler als die Karamellsüße in anderen Rums. Außerdem nehme ich noch feuchtes Holz bzw. Holzfass wahr und im Hintergrund noch zusätzlich Orangenzesten (Orangenschalen). Das ist schon sehr ordentlich für einen Rum um die 20€.
Stecke ich die Nase zu tief ins Glas bemerke ich, dass der Rum etwas sprittig und erdig ist. Darüber beschweren sich wohl viele die den Rum getrunken haben. Ein Zeichen für mich, dass der Rum länger ziehen sollte (Grundwissen zum Thema Verkostung setze ich voraus). An der Stelle empfehle ich den Rum mindestens 1h im Glas ziehen zu lassen.
Wenn ihr den Rum ausgetrunken habt könnt ihr das Glas noch über Nacht stehen lassen. Es wird noch immer stark nach Trockenfrüchten riechen.
Geschmack: Er startet mild mit gebranntem Zucker, Trockenfrüchten (Trauben, Pflaumen) und Holz. Ich finde ihn nicht zu süß, da hat der Masterblender nicht übertrieben und ich glaube an der Stelle, dass nicht mehr als 15g Zucker zugesetzt wurden. Eine Schärfe entwickelt sich ab der Mitte mit leichter Bitterkeit die von Tanninen stammt. Als der Rum im Mund wärmer wird schmecke ich erneut die Traubenkerne sehr intensiv, darüberhinaus wieder Holz in Verbindung mit Orangenzesten (das ist der Einfluss aus dem Bourbonfass).
Der Abgang bringt Schärfe hervor, erneut schmecke ich gebrannten Zucker, Trockenfrüchte und Eiche. Aufgrund der Schärfe ist der Abgang nicht kurz, aber auch nicht übermäßig lang.
Der Nachklang dauert länger an. Ich nehme hauptsächlich Trockenfrüchte wahr.
Fazit: Ein ordentlicher Rum zu einem günstigen Preis, der älter wirkt als er ist.
Wer sich mit der leichten Süße und Schärfe arrangieren kann, dem kann ich diesen Rum uneingeschränkt empfehlen. Zu dem Preis kann ich nur sagen, er ist sehr günstig und damit sowohl zum Mischen als auch zum pur Trinken gut geeignet. Viele trinken ihn gerne in Rum-Cola, da kann ich aber wenig dazu sagen, da ich wenig Süßgetränke trinke.
Von mir bekommt der Rum 78 Punkte.
Gesamtwertung: 78 Punkte
Süße: 2.5/5
Frucht: 3.5/5
Schärfe: 3/5
Milde: 3/5
Komplexität: 2.5/5
PL: 4.5/5