Foursquare Principia

Foursquare Principia

Wir haben hier einen Foursquare mit double-aging. 3 Jahre in Bourbon und 6 Jahre in Olorosso (Sherry) gereift. Zum Zeitpunkt der Verkostung hatte ich nicht geschaut, wie der Principa gereift wurde und wusste dementsprechend nichts über ihn, da ich nur ein Sample hatte.

Geruch: In der Nase habe ich zunächst einen balancierten Foursquare, er entwickelt sich allerdings mit der Zeit rauer und wird erdiger. Viele rote Trockenfrüchte, gebrannter Zucker, dunkle Holzaromen nehme ich wahr. Ich rieche stark Pflaumen, Kirschen, Granatapfel. Die typische Haselnuss ist auch dabei, die ich immer bei Foursquare finde. Das ganze Aromenpaket ist schön verworren. Da ist auch helles Bourbonholz mit Vanille. Ich würde schätzen, dass der Rum 10 Jahre alt ist. Sonst wäre das Holz dunkler.
Ein kurze Blick auf das Etikett sagt drei Jahre in Bourbon und sechs in Sherry Fässern.
Das Sherry Fass ist präsent und die roten Früchte kommen auch gut heraus. Die roten Gummiringe sind auch vorhanden, die ich immer bei langer Sherrylagerung wahrnehme. Tiefer im Glas ist er auch erdig und die Bourbon-Fassaromen werden mit der Zeit immer dominanter. Er erinnert schon stark an Empery. Ich würde ihn als gleichwertig betrachten, den ich den Empery nur aus der Erinnerung reproduzieren kann. Er wirkt nicht sehr elegant oder raffiniert, das ist keine der besten Velier Abfüllungen.


Geschmack: Er startet süß mit gebranntem Zucker, Trockenfrüchten (auch die roten Früchte sind dabei s.o.) und mit ordentlich Bitterstoffen von vielen Tanninen. Bei nur 10 Jahren, hat er schon einiges aufgenommen muss ich sagen. Er nimmt rasant an Schärfe zu, wird trocken (dadurch werden die erdigen Aromen noch präsenter), sticht die Zunge mit hunderten Nadeln und entfaltet ein helles Bourbon-Holzfassaroma mit viel Vanille. Das Holz ist jung und frisch, nicht alt und gereift. Es bleibt eine ganze weile so, bis er in den Abgang übergeht. Sobald die Schärfe nachlässt, ist verdünnter gebrannter Zucker zu schmecken und die Sherry Aromen in Form von roten Gummiringen kommen richtig durch. Viele rote Trockenfrüchte folgen. Kirschen, Granatapfel in Verbindung mit gebranntem Zucker, die roten Gummiringe

Nachgeschmack: Kirschen, rote Gummiringe, helles Holz, Vanille

Fazit: Er konnte sich in der Nase noch zurückhalten und sein Wesen gut verbergen, am Gaumen hat er allerdings deutlich gezeigt was für ein Rabauke er ist. Die Schärfe ist sehr ausgeprägt, das muss man vertragen. Das Sherry Finish war in der Nase viel präsenter als am Gaumen. Er wirkt mit dem vielen hellen Holz recht jung. Das ist kein Rum für den ich mehr als 100€ ausgeben würde. Ich würde in noch min. zwei Jahre in Cognack Fässern nachreifen, um ihn glatter zu machen und ihm die Schärfe zu nehmen.

Gesamtwertung: 85 Punkte

Süße: 2/5
Frucht: 3/5
Schärfe: 4/5
PL (200€): 2/5