Black Tot 50th

Black Tot 50th Aniversary

Ich muss nicht viel über den Blend erzählen. Alles ist auf der Rückseite der Flasche aufgelistet. 
Oliver Chilton erstellte diesen Blend als Hommage an den historischen Tot. Er wurde auf Basis von Rums aus Column und Pot Stills, aus Brennereien in Guyana, Barbados, Trinidad und Jamaika geblendet. Abgefüllt wurden 5000 Flaschen, die auch noch ein halbes Jahr später nicht ausverkauft sind.
Ich habe gelesen, dass der ursprüngliche Jamaika Anteil reduziert werden musste, da er sehr dominant war. Genau das finde ich bei vielen Blends problematisch, da ich eher die dunklen Aromen aus Guyana bevorzuge und keine Überlagerung mit Jamaika Fruchtnoten schmecken möchte.

Geruch: Am Anfang ist der Rum noch muffig, nach 30 Minuten nicht mehr (öfters bei Demerara). Die Nase ist dunkel mit Süße im Hintergrund. Melasse ist ausgeprägt und die getrockneten Früchte (Rosinen, Pflaumen). Eiche kommt zum Vorschein und die erdige Aromen mit gebranntem Zucker, Blaubeeren, Trauben, Schokolade, etwas Leder und Lakritz. Minimal Orange (Barbados). Ich mag besonders die Blaubeeren. Ich kann nicht sagen, wie sie es geschafft haben, es ist ein einzigartiger Geruch. Aber Blackwell hat z.B. auch die Blaubeere in sehr ausgeprägter Form.

Geschmack: Der Geschmack beginnt dunkel mit Süße, die Würze entwickelt sich immer stärker. Ich schmecke zuerst die Melasse und Süße von gebranntem Zucker. Dann getrocknete Früchte, Rosinen und Blaubeeren. Danach Schokolade, Lakritze und Tannine mit Eiche. Das ist wirklich ein schöner Rum. Er schmeckt als würde ich einen Blaubeermuffin essen. Im Abgang schimmert Hampden zusammen mit Barbados (Orange, Holz, Leder) ein wenig durch. Der Abgang ist würzig, hier kann man auch Barbados Rum wahrnehmen.

Nachgeschmack: dunkle und etwas süße, getrocknete Früchte, etwas Leder, Minze, Blaubeeren, einige Esteraromen (Hampden)

Fazit: Hampden ist in der Nase praktisch nicht vorhanden, es sei denn wir unterstellen, dass die Blaubeeren eine Folge des Hampden Rums sind. Barbados und Hampden spielen eine untergeordnete Rolle im Geschmack. Ich mag das sehr, weil ich dunkle Navy-Blends bevorzuge.
Tiger Shark ist z.B. anders, er ist weniger dunkel und hat eine sehr gute Balance zw. Demerara und Jamaica. Silver Seal Navy ist viel heller und fruchtiger. Für mich sind das modernere Navy-Bleds.
Ich denke, der Black Tot ist sehr gut gemacht und ich hatte gehofft, dass er genauso ausfallen würde. Ich würde diesen als meinen lieblings Navy Rum mit 95 Punkten bewerten.

Gesamtwertung: 95 Punkte

Süße: 2.5/5
Frucht: 2,5/5
Würze: 3,5/5
Komplexität: 4/5
Wert (120 €): 5/5